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Die größte Wertschätzung, die man von seinen Mitarbeiter*innen bekommen kann

Petra Grimm-Benne (Ministerin für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt), Elke Klaus (Geschäftsführerin Chausseehaus gGmbH) und Lutz Rätz (Fachkraft im Fokus) (von links). (Foto: Fachkraft im Fokus)

Über Selbstbestimmung und Freiwilligkeit Menschen mit Behinderung einen lebens- und liebenswerten Ort zum Leben bieten. Mit Empathie und Akzeptanz fördern und die eigene Entwicklung stärken. Vor dieser täglichen Herausforderung stehen die Mitarbeiter*innen der Chausseehaus gGmbH. Es ist eine Aufgabe, die hohen körperlichen als auch psychischen Einsatz erfordert. Hierfür geeignetes Personal zu finden, stellt für die Einrichtung selbst die größte Herausforderung dar. Daher ist es umso wichtiger, dass sich die Mitarbeiter*innen am Arbeitsplatz wohl fühlen und Wertschätzung erfahren. "Ein wertschätzender Umgang miteinander, als Voraussetzung für ein Wohlfühlen in der Einrichtung, ob als Klient oder als Mitarbeiter", ist Elke Klaus wichtig – so steht es auf der Webseite der Chausseehaus gGmbH. Sie ist dort Geschäftsführerin und Einrichtungsleiterin. Das gemeinnützige Unternehmen betreut stationär als auch ambulant Menschen mit geistigen und seelischen Behinderungen. Dafür engagieren sich 70 Mitarbeiter*innen an den drei Standorten Stendal, Bismark und Chausseehaus.

Dass diese Worte auch gelebt werden, zeigt nun die Auszeichnung mit dem Landessiegel „Das mitarbeiterorientierte Unternehmen – Hier fühle ich mich wohl“ durch Petra Grimm Benne, Ministerin für Arbeit, Soziales und Integration. „Es war mir sehr wichtig, das Landessiegel persönlich zu übergeben. Gerade in der Pflegebranche ist der Fachkräftemangel besonders zu spüren. Heute zeigt sich, dass mit Engagement für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter viel erreicht werden kann. Dazu müssen wir noch mehr Unternehmen in Sachsen-Anhalt ermutigen, ihre Potentiale als gute Arbeitgeber offensiver zu vermarkten“, Petra Grimm-Benne, Ministerin für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt.

Als Elke Klaus im vergangenen Sommer erstmalig von Regionalberaterin Jana Worreschk der Landesinitiative Fachkraft im Fokus von der Mitarbeiterbefragung hört, ist sie sofort begeistert. Mit dem kostenlosen und niedrigschwelligen Befragungstool können die Unternehmen herausfinden, welche Werte den Mitarbeiter*innen wichtig sind und wie sie diese Werte aktuell im Unternehmen erleben. „Wir wollen noch gezielter auf die Vorstellungen und Wünsche unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingehen. Gleichzeitig müssen wir uns öffentlich als attraktiver Arbeitgeber zeigen für zukünftige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dazu gehört auch die Entwicklung einer modernen Führungs-, Unternehmens- und Anerkennungskultur“, Elke Klaus macht deutlich, wie wichtig ihr das Anliegen ist. Auch wenn sie sich der Frage stellen muss, was ist, wenn das Ergebnis negativ ausfällt.

„Meine Mitarbeiter üben eine anstrengende Tätigkeit in der Betreuung von Menschen mit geistigen Behinderungen aus. Jeder Tag ist eine Herausforderung. Sie arbeiten in Schichten, das heißt Beruf und Familie sind nicht immer vereinbar und üben eine körperlich fordernde Arbeit aus. Doch wir als Arbeitgeber können sehr viel machen, dass es unseren Mitarbeitern gut geht und sie gern bei uns arbeiten. Dass uns heute das Landessiegel überreicht wird, ist daher die größte Wertschätzung, die man von seinen Mitarbeitern bekommen kann und bekommen darf“ gibt sie nicht ohne Stolz zu.

Sie ist eine „Chefin zum Anfassen“, wie ihre Mitarbeiter*innen sagen, kommt selbst aus der Pflege und kennt als alleinerziehende Mutter die Sorgen und Nöte, Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen. Man bietet den Mitarbeiter*innen zahlreiche Möglichkeiten des Betrieblichen Gesundheitsmanagements, ob Yoga oder Rückenschule, Unterstützung für den Besuch eines Fitnessstudios oder Entspannungskurse. Im letzten Jahr wurde zudem eine Psychologin eingestellt, die neben ihrer täglichen Arbeit mit den Klienten ebenso den Mitarbeiter*innen bei ihrer Arbeit zur Seite zu steht. Geschäftsführerin Elke Klaus bringt es auf den Punkt: „Kommunikation ist das A und O“. Aus diesem Grund werden im Unternehmen jährlich Mitarbeitergespräche durchgeführt und positive wie auch negative Kritik wird jederzeit ernstgenommen.

Im vergangenen Jahr feierte die Sozialeinrichtung ihr 20-jähriges Firmenjubiläum. Was am 1.Oktober 1998 als kleine selbstständige, in privater Trägerschaft geführte, „Wohnheim Chausseehaus Hassel gGmbH“ begann, hat sich im Laufe der letzten 20 Jahre zu einem etablierten Partner der Behindertenhilfe im Landkreis Stendal entwickelt.

Mit dem Landessiegel findet das Engagement und der Erfolg Würdigung. Elke Klaus gibt aber auch gleichzeitig zu verstehen, dass die Mitarbeiterbefragung Wertenetz nur ein weiterer Meilenstein ist, um weiter und vor allem noch besser für ihre Mitarbeiter*innen da zu sein.